Academia Philosophia Iuris 2006

4. August bis 6. August 2006, Gustav-Adolf-Werk Leipzig

Die Idee des Sozialstaats –
conditio sine qua non der Freiheit der Weltbürger?

Nach Art. 20 Abs. 1 des Grundgesetzes ist die Bundesrepublik Deutschland ein demokratischer und sozialer Rechtsstaat. Um die Aufgabe der Daseinsvorsorge zu erfüllen, hat der Staat bisher vor allem Sozialabgaben erhoben, die an den Tatbestand der Beschäftigung anknüpfen. In Zeiten dauerhafter Massenarbeitslosigkeit stößt diese Finanzierung öffentlicher Daseinsvorsorge an ihre Grenzen. Die Sommerakademie beschäftigte sich daher  mit der Frage, inwiefern die Änderung des gesellschaftlichen Rahmens dazu zwingt, dieses Modell des Sozialstaats durch ein anderes zu ersetzen. Die damit aufgeworfenen privatrechtlichen, öffentlich-rechtlichen und internationalrechtlichen Fragen wurden in gemeinsamer Lektüre von klassischen rechtsphilosophischen Quellen und von aktuellen juristischen Texten behandelt.

 

Folgende einführende Referate wurden gehalten:

 

Prof. Dr. Wolfgang Engler,  Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin:

„Kritik der Arbeitsreligion. Perspektiven für ein neues Sozialmodell“

 

Prof. Dr. Michael Köhler, Universität Hamburg:

„Immanuel Kants Begriff des ursprünglichen Erwerbs in seiner Bedeutung für eine Theorie des gesellschaftlichen Vermögenserwerbs“

 

Dr. Hans Michael Heinig, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg:

„Antagonisten im Kontext der politischen Philosophie des Sozialstaates: Lorenz von Stein und Robert Nozick“

 

Dr. Hans Michael Heinig, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg:

„Die Einschränkung des Legalitätsprinzips zugunsten von moderierten Konfliktlösungsverfahren“

 

Prof. Dr. Markus Kotzur, Juristenfakultät Leipzig:

„Soziale Gerechtigkeit im Weltmaßstab – Fragen und Herausforderungen an das Völkerrecht“